Weil’s z’hause am besten is

Nach unseren Recherchen gibt es bislang keine Kliniken, in denen man die Sucht nach Kaspressknödeln behandeln lassen kann. Eine Heilung scheint ein Versprechen zu sein, das nicht einmal optimistische Mediziner zu geben wagen. Den Krankenkassen ist es egal. Überhaupt wird dieses alpine Knödelereignis auf vollkommen legale Weise gehandelt und verkauft, zum Beispiel in der Döllerer-Metzgerei in Golling. Das überrascht doch einigermaßen. Für die im Haus produzierten Kaspressknödel gelten weder Jugendschutz noch Mengenbeschränkungen. Sie sind auch nicht rezeptpflichtig.

Schlimmer noch, schon beim ersten Essen im Wirtshaus Döllerer wird der Grundstein für eine lebenslange Kaspressknödel-Abhängigkeit gelegt. Dort sind sie nämlich Bestandteil der Döllerer-Rindssuppe, treten harmlos in Gemeinschaft mit Suppennudeln, Grießnockerln und gewürfeltem Rindfleisch auf und entfalten beim ersten Bissen ihre perfid kalkulierte Wirkung. Der Menschenliebe der Familie Döllerer ist es zu verdanken, dass sich die Preise für die Kaspressknödel nicht längst verhundertfacht haben. Andreas Döllerer könnte mittlerweile steinreich sein. Doch was tut er? Er veröffentlich einfach das Rezept.

Zutaten

für 4 Portionen

  • 1 fein geschnittene Zwiebel
  • 50g Butter
  • 250ml Milch
  • 250g frisches Knödelbrot
  • 4 Eier
  • 130g frisch geriebener 6 Monate gereifter Bergkäse
  • fein gehackte Petersilie
  • 1 EL griffiges Mehl
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Butterschmalz zum braten
  • 500ml Rindssuppe
  • 1 EL fein geschnittener Schnittlauch
  • 80g fein geschnittene gekochte Karotten und gelbe Rüben

Zubereitung

Zwiebel in Butter anschwitzen und mit Milch ablöschen. Heiße Milch-Zwiebel-Mischung über das Knödelbrot geben und 5 Minuten ziehen lassen. Eier, Käse, Petersilie, und Mehl untermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Kleine Laibchen formen und in Butterschmalz beidseitig goldbraun braten.

In der heißen Rindssuppe mit Schnittlauch und Gemüse servieren.

Gelesen bei
„Das Wirtshaus: Rezepte und Geschichten aus dem Salzburger Land“ von Andreas Döllerer

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